Warum die Wahrheit sagen

Warum die Wahrheit sagen

Lesung und Diskussion mit Rainer Erlinger
EINTRITT FREI - SPENDEN WILLKOMMEN
Mittwoch, 19. 02.2020 um 19.00 Uhr, Aula des Ignaz-Günther-Gymnasiums

Warum die Wahrheit sagen?
Rainer Erlinger denkt über die Bedeutung der Wahrheit für unser tägliches Leben und die Gesellschaft nach.
Aus philosophischer, aber auch persönlicher und politischer Sicht zeigt er, warum es unverzichtbar ist, sich an sie zu halten. Sie ist die Basis für jede Kommunikation. Und weder die Wissenschaft noch unser Rechtssystem oder unsere Demokratie sind ohne sie denkbar: die gemeinsame Überzeugung, dass „wahr" und „nicht wahr" nicht dasselbe sind. Was jedoch, wenn Einzelne oder ganze Gruppen diesen Konsens aufkündigen, wenn die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge - mutwillig oder nicht - verwischt wird? Genau das aber scheint gerade zu geschehen. Nicht mehr nur in den Untiefen des Internets, sondern sogar von manchen Regierungen werden Fakten und „alternative Fakten" als scheinbar gleichberechtigt behandelt. Wo diese aber nicht mehr unterschieden werden, gerät unweigerlich die Wahrheit selbst unter Rechtfertigungsdruck. Wozu brauchen wir sie eigentlich? Und gibt es sie überhaupt?

Rainer Erlinger ist Mediziner, Jurist und Publizist. Bekannt wurde er vor allem durch seine wöchentliche Kolumne „Gewissensfrage“ im Magazin der Süddeutschen Zeitung, sowie durch Radiokolumnen beim RBB und WDR. Als Buchautor hält er Vorträge zu gesellschaftlichen Fragestellungen, zu Themen der Ethik in Alltag und Wirtschaft, zu Gesundheitspolitik und Gesundheitsrecht. Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind die Vermittlung von Ethik vor allem im Bereich der Alltagsmoral zusammen mit ihrer Begründung aus der Moralphilosophie heraus sowie die Einbindung von ethischen Fragen in einen gesellschaftlichen Kontext.

Vita:
Rainer Erlinger wurde 1965 in Deggendorf geboren. Dort besuchte er die Schule und machte 1984 Abitur. Anschließend studierte er Humanmedizin und Rechtswissenschaften in München. 1992 legte er das medizinische Staatsexamen ab, im gleichen Jahr Promotion zum Dr. med. 1992 bis 1994 arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Anatomischen Anstalt der Universität München, später als Assistent an der Chirurgischen Klinik rechts der Isar in der chirurgischen Notaufnahme. 1996 erstes juristisches Staatsexamen, anschließend Referendariat, 1998 zweites juristisches Staatsexamen und Promotion zum Dr. jur. Seit 1999 zugelassen als Rechtsanwalt.
1995 bis 2004 Lehraufträge und Gastdozent an den Universitäten München und Zürich. Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu Ultrastrukturforschung, Strafrecht und Medizinrecht. Freier Mitarbeiter u.a. der Süddeutschen Zeitung, 2002 bis 2018 Kolumnist („Gewissensfrage“) des SZ-Magazins, mehrere Jahre auch bei radioeins des RBB und WDR5. In dieser Zeit entstanden auch Rundfunk- und Fernsehbeiträge sowie eigene Fernsehsendungen zu ethischen Fragen.

Rainer Erlinger hält Vorträge und moderiert Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen vor allem zu gesellschaftlichen Fragestellungen, zu Themen der Ethik in Alltag und Wirtschaft, zu Gesundheitspolitik und Gesundheitsrecht. Er hat mehrere Bücher zu ethischen Fragen sowie zur Höflichkeit veröffentlicht.

Im Wintersemester 2008/2009 hatte Rainer Erlinger eine Gastprofessur an der philosophisch-sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg inne.